Immunstimulation

Prinzip

Die Behandlung wird bei Paaren mit Kinderwunsch durchgeführt, die nicht spontan schwanger werden. Es ist bekannt, dass die Wahrscheinlichkeit der Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut von Frauen durch Stimulation ihres Immunsystems günstig beeinflusst werden kann.

Um diesen Effekt zu erreichen, werden Leukozyten des Partners durch eine gerichtete Blutentnahme gewonnen, aufgereinigt und anschließend einige Milliliter der Frau als Lymphozytenpräparat in die Haut injiziert.

In der Abteilung Transfusionsmedizin der UMG werden

nach Indikationsstellung im Kinderwunschzentrum

  • in immunologischen und immunhämatologischen Untersuchungsverfahren für beide Partner die Ausgangskonstellationen und der Antikörperstatus der Frau bestimmt, sowie eine Infektionsdiagnostik durchgeführt
  • beide Partner hinsichtlich ihrer Eignung und Tauglichkeit für das Verfahren voruntersucht
  • die Zellen des Mannes aus einer Kubitalvene (Blutentnahme) gewonnen, eingeengt, zu Lymphozytenprodukten aufgereinigt und untersucht
  • die Zellen des Partners der Frau appliziert
  • Nachuntersuchungen zum Verlauf des Antikörperstatus durchgeführt

Ausschlusskriterien bei der Partner-Immunisierung

Vor der Durchführung einer Immuntherapie bei Patientinnen mit ungeklärter Sterilität oder habituellen Aborten müssen neben der Indikation auch passagere oder grundsätzliche Kontraindikationen bzw. Ausschlusskriterien festgestellt werden.

Bei Vorhandensein relativer Kontraindikationen entscheidet der Arzt*die Ärztin in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung oder bestimmten Laborergebnissen über die Eignung zur Behandlung.

Bei Vorliegen von absoluten Kontraindikationen dürfen wir bei Ihnen leider keine Immuntherapie durchführen.

Die Beurteilung der Spendefähigkeit beim Partner basiert analog zu der Eignungsfeststellung bei Blutspender*innen auf der Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie).

Hier können Sie die relativen Kontraindikationen einsehen

  • Alopecia areata
  • Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
  • Autoimmune Infertilität, Autoimmune Innenohrschwerhörigkeit (AIED)
  • Autoimmune Hepatitis
  • Autoimmune Uveitis
  • Chronische autoimmune Gastritis
  • Colitis Ulcerosa
  • Hashimoto Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Morbus Bechterew
  • Morbus Crohn
  • Polyneuropathie
  • Psoriasis
  • Sprue/Zöliakie
  • Sympathische Ophtalmie
  • Transiente Glutenintoleranz
  • Vitiligo
  • Vorhandensein von Anti-HLA Antikörpern

Hier können Sie die absoluten Kontraindikationen einsehen

  • Antiphospholipid-Syndrom
  • Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis) 
  • Autoimmune Kardiomyopathie
  • Autoimmun-hämolytische Donath-Landsteiner Anämie (paroxymale Kältehämoglobinurie)
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Churg-Strauss-Syndrom
  • Cogan-Syndrom
  • CREST Syndrom
  • Dermatomyositis
  • Diabetes mellitus Typ I
  • Essentielle gemischte Kryoglobulinämie
  • Goodpasture-Syndrom
  • Guillain-Barré-Syndrom (GBS)
  • Juvenile rheumatoide Arthritis
  • Kälteagglutininkrankheit
  • Lichen sclerosus (LS)
  • Lyme-Arthritis
  • Mischkollagenose
  • Morbus Addison
  • Morbus Behcet
  • Morbus Werlhof
  • Multiple Sklerose
  • Myasthenia gravis (MG)
  • Pemphigus vulgaris
  • Perniziöse Anämie
  • Polyarteriitis nodosa
  • Polyendokrine Autoimmuninsuffizienz
  • Polymyalgia rheumatica
  • Polymyositis
  • Primäre biliäre Zirrhose
  • Reiter Syndrom
  • Rheumatisches Fieber
  • Rheumatoide Arthritis
  • Sarkoidose
  • Sjögren-Syndrom
  • Sklerodermie
  • Stiff-Man-Syndrom (SMS)
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Takayasu Arteriitis (Takayasu Krankheit; Aortenbogen-Syndrom)
  • Vaskulitis
  • Wegenersche Granulomatose (Morbus Wegener)

Infomaterial

Bitte informieren Sie sich anhand des beigefügten Informationsmaterials

  • ob Sie für das Verfahren in Frage kommen (Diagnose, Vorbehandlungen, Kontraindikationen)
  • über den zeitlichen Ablauf
  • über Besonderheiten, die im Rahmen dieser Behandlung, bei der der Partner als Blutspender auftritt, zu zeitlichen Rückstellungen führen können auf Grundlage der Zulassungsvoraussetzungen (z.B. Einnahme von Medikamenten, Impfungen, Eingriffe, Reisen)

Kontakt

Sekretariat

Britta Severitt

Kontaktinformationen

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