Immuntherapie bei Kinderwunsch

Paare, die einen Kinderwunsch haben, aber nicht spontan schwanger werden, kann eine Immunstimulation helfen. Durch dieses Verfahren kann die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut von Frauen günstig beeinflusst werden. 

Um diesen Effekt zu erreichen, werden Leukozyten des Partners mittels einer Blutentnahme entnommen. Diese werden aufgereinigt und anschließend einige Milliliter der Frau in die Haut injiziert.

Ihre Schritte zu uns

1. Informieren Sie sich

Bitte informieren Sie sich anhand des Informationsmaterials und mit Unterstützung Ihrer*Ihres Gynäkolog*in

  • ob Sie für das Verfahren in Frage kommen (Diagnose, Vorbehandlungen, Kontraindikationen)
  • über den zeitlichen Ablauf
  • über Besonderheiten, die im Rahmen dieser Behandlung, bei der der Partner als Blutspender auftritt, zu zeitlichen Rückstellungen führen können auf Grundlage der Zulassungsvoraussetzungen (z.B. Einnahme von Medikamenten, Impfungen, Eingriffe, Reisen)

2. Auftragsformular ausfüllen lassen

Wir benötigen einen Auftrag zur Immuntherapie. Dieser wird mithilfe eines entsprechenden Formulars durch die Gynäkologie erteilt. Sie können das Formular durch Ihre*n behandelnde*n Gynäkolog*in, der*die Sie bei Ihrem Kinderwunsch unterstützt, ausfüllen lassen. Das kann eine Ansprechperson im Kinderwunschzentrum sein oder bei Ihrer Praxis vor Ort. 

Folgende Angaben sollten nicht fehlen: 

  • Name, Vorname, Geburtsdatum (Patientin + Partner)
  • Indikation
  • eventuelle Vorerkrankungen
  • Unterschrift Überweiser*in
  • Praxisstempel

3. Auftragsformular versenden

Das ausgefüllte und unterzeichnete Formular senden Sie uns anschließend zu. Bitte teilen Sie uns unbedingt mit, wie Sie und Ihr Partner krankenversichert sind (gesetzlich oder privat) und unter welcher Rufnummer wir Sie innerhalb unserer Bürozeiten am besten telefonisch erreichen können.

Sie können dies über folgende Wege tun: 


Unsere Bürozeiten: 
Montag bis Donnerstag: 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Freitag: 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 14:30 Uhr 

4. Terminvereinbarung

Wir sind bemüht, Ihnen kurzfristig nach Eingang des Auftrages Terminvorschläge zu unterbreiten, möglichst per E-Mail. Kontrollieren Sie deshalb bitte regelmäßig den Posteingang Ihres E-Mail-Accounts inkl. Ihres Spam-Postfachs. 

In der Abteilung Transfusionsmedizin der UMG werden

nach Indikationsstellung im Kinderwunschzentrum

  • für beide Partner die Ausgangskonstellationen und der Antikörperstatus der Frau bestimmt, sowie eine Infektionsdiagnostik durchgeführt
  • beide Partner hinsichtlich ihrer Eignung und Tauglichkeit für das Verfahren voruntersucht
  • die Zellen des Mannes mittels Blutentnahme gewonnen, zu Lymphozytenprodukten aufgereinigt und untersucht
  • die Zellen des Partners der Frau verabreicht
  • Nachuntersuchungen zum Verlauf des Antikörperstatus durchgeführt

Ausschlusskriterien bei der Partner-Immunisierung

Leider ist eine Partner-Immunisierung nicht immer ohne Weiteres möglich. Sowohl für die Partnerin als auch für den Partner gibt es Ausschlusskriterien zu beachten. 

Für den Partner gilt:
Die Beurteilung der Spendefähigkeit beim Partner erfolgt auf derselben Grundlage wie bei einer Blutspende. Sie basiert auf der Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten (Richtlinie Hämotherapie).

Für die Partnerin gilt:
Vor der Durchführung einer Immuntherapie bei Patientinnen mit ungeklärter Sterilität oder habituellen Aborten müssen auch Kontraindikationen bzw. Ausschlusskriterien festgestellt werden. Dabei wird zwischen absoluten und relativen Kontraindikationen unterschieden.
Bei Vorliegen von absoluten Kontraindikationen dürfen wir bei Ihnen leider keine Immuntherapie durchführen.
Bei Vorhandensein relativer Kontraindikationen entscheidet der Arzt*die Ärztin in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung oder bestimmten Laborergebnissen über die Eignung zur Behandlung.

Hier können Sie die absoluten Kontraindikationen einsehen

  • Antiphospholipid-Syndrom
  • Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis) 
  • Autoimmune Kardiomyopathie
  • Autoimmun-hämolytische Donath-Landsteiner Anämie (paroxymale Kältehämoglobinurie)
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Churg-Strauss-Syndrom
  • Cogan-Syndrom
  • CREST Syndrom
  • Dermatomyositis
  • Diabetes mellitus Typ I
  • Essentielle gemischte Kryoglobulinämie
  • Goodpasture-Syndrom
  • Guillain-Barré-Syndrom (GBS)
  • Juvenile rheumatoide Arthritis
  • Kälteagglutininkrankheit
  • Lichen sclerosus (LS)
  • Lyme-Arthritis
  • Mischkollagenose
  • Morbus Addison
  • Morbus Behcet
  • Morbus Werlhof
  • Multiple Sklerose
  • Myasthenia gravis (MG)
  • Pemphigus vulgaris
  • Perniziöse Anämie
  • Polyarteriitis nodosa
  • Polyendokrine Autoimmuninsuffizienz
  • Polymyalgia rheumatica
  • Polymyositis
  • Primäre biliäre Zirrhose
  • Reiter Syndrom
  • Rheumatisches Fieber
  • Rheumatoide Arthritis
  • Sarkoidose
  • Sjögren-Syndrom
  • Sklerodermie
  • Stiff-Man-Syndrom (SMS)
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Takayasu Arteriitis (Takayasu Krankheit; Aortenbogen-Syndrom)
  • Vaskulitis
  • Wegenersche Granulomatose (Morbus Wegener)

Hier können Sie die relativen Kontraindikationen einsehen

  • Alopecia areata
  • Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
  • Autoimmune Infertilität, Autoimmune Innenohrschwerhörigkeit (AIED)
  • Autoimmune Hepatitis
  • Autoimmune Uveitis
  • Chronische autoimmune Gastritis
  • Colitis Ulcerosa
  • Hashimoto Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Morbus Bechterew
  • Morbus Crohn
  • Polyneuropathie
  • Psoriasis
  • Sprue/Zöliakie
  • Sympathische Ophtalmie
  • Transiente Glutenintoleranz
  • Vitiligo
  • Vorhandensein von Anti-HLA Antikörpern

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Sekretariat

Britta Severitt

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