Stammzellgewinnung

Vor jeder Stammzellspende erfolgen umfangreiche Untersuchungen des Blutes und der Organe mittels Ultraschall und EKG. Zudem werden die Spender*innen in einem ausführlichen Informationsgespräch über den Ablauf und potenzielle Risiken der Spende aufgeklärt. Für die Stammzellentnahme gibt es zwei Verfahren.

Die Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut

Dieses Verfahren wird derzeit am häufigsten angewandt. Die zur Transplantation benötigten Stammzellen werden hierbei aus dem Venenblut der Spender*innen gewonnen. Dazu ist eine Vorbehandlung mit einem Medikament erforderlich, welches die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut übertreten lässt. Das Medikament wird, ähnlich wie bei einer Thrombosespritze, unter die Haut gespritzt.

Die Entnahme erfolgt ambulant mithilfe eines speziellen Verfahrens (Stammzellapherese) über einen Zeitraum von etwa 4-5 Stunden. Das Blut der Spender*innen wird in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch einen Zellseparator geleitet und mittels Zentrifugation in die einzelnen Bestandteile aufgetrennt. Die benötigten Stammzellen werden in einen Beutel abgesammelt (insgesamt maximal 300 ml), und die restlichen Zellen werden den Spender*innen über die andere Armvene wieder in den Blutkreislauf zurückgeführt. Eine Narkose ist hierbei nicht erforderlich.

Als Nebenwirkung dieser Behandlung können grippeähnliche Beschwerden (Kopf- und Gliederschmerzen) auftreten, die sich aber mit Schmerzmitteln gut behandeln lassen und unmittelbar nach der Stammzellentnahme wieder abklingen. Langzeiteffekte sind seit dem Beginn dieses Verfahrens vor über 20 Jahren bisher nicht bekannt geworden.

Die Entnahme von Stammzellen durch Punktion des Beckenkamms

Bei diesem Verfahren zur Stammzellgewinnung wird Knochenmark unter Vollnarkose durch Punktion des Beckenkamms entnommen. Dazu ist ein stationärer Aufenthalt in der behandelnden Klinik notwendig.

Wichtig: Bitte verwechseln Sie Knochenmark nicht mit Rückenmark! Knochenmark ist das wichtigste blutbildende Organ des Menschen, das insbesondere in den größeren Knochen vorkommt. Rückenmark dagegen ist ein Teil des Nervensystems, der nicht transplantiert werden kann.

Bei der Knochenmarkentnahme besteht, wie bei allen Operationen, das übliche Narkoserisiko. Sonstige Beschwerden, wie etwa Wundschmerz, werden naturgemäß von den Spender*innen unterschiedlich, aber meist nicht gravierend erlebt. Das Knochenmark selbst wird schon nach kurzer Zeit vom Körper wieder nachgebildet.

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